Welche Arten der privaten Pflegeversicherung gibt es – Und seit wann gibt es sie?

Wir räumen mit Irrtümern auf!

Pflegerentenversicherung

Die Pflegerentenversicherung gilt als eine relativ teure Variante der Zusatzlösungen. Angeboten als Ergänzung zu einer Lebens- oder Rentenversicherung, ist sie bis heute nicht sehr verbreitet und gilt eher als Nischenprodukt.

Bei Vertragsabschluss wird eine monatliche Rente vereinbart. Diese wird dann im Fall der Pflegebedürftigkeit mit Beginn Bedürftigkeit und je nach Pflegegrad ausgezahlt. Viele schrecken davor zurück, wenn sie sehen, dass der zu leistende Anfangsbeitrag höher ist, als der einer Pflegekosten- oder Pflegetagegeldversicherung. Dafür besteht bei der Pflegerentenversicherung jedoch eine lebenslange Beitragsgarantie, die bei allen anderen oft nicht gegeben ist. Wir haben uns die Frage gestellt, seit wann gibt es die Pflegeversicherung eigentlich?

Voraussetzung der Rentenzahlung ist, dass die versicherte Person infolge einer Krankheit, Körperverletzung oder des Kräfteverfalls bedürftig wird. Die monatliche Rentenleistung erfolgt ab dann sofort und unabhängig davon, ob die Pflege zuhause oder in einem Heim durchgeführt wird.

Pflegetagegeldversicherung

Wird man pflegebedürftig und hat eine solche Zusatzversicherung abgeschlossen, so bekommt man pro Tag einen festgelegten Satz gezahlt. Dieser wird unabhängig davon geleistet, ob die tatsächlichen Pflegekosten überschritten werden oder nicht. Für die Zahlung des Pflegetagegeldes ist meist kein Kostennachweis nötig und wird für die komplette Dauer der Bedürftigkeit geleistet.

In der Regel beträgt der ausgezahlte Tagessatz, je nach Bedarf, zwischen 5 und 100 Euro. Sollte man anfangs weniger benötigen, so kann man den Betrag im Laufe der Vertragszeit individuell anpassen. So werden die steigenden Lebenshaltungskosten nicht zum Problem.
Bei Vertragsabschluss sollte auch unbedingt festgelegt werden, ab welcher Pflegestufe die Pflegetagegeldversicherung greifen soll. Denn oft wird das Thema der Pflegebedürftigkeit, und die damit verbundenen Kosten, weit unterschätzt.

Pflegekostenversicherung

Entscheidet man sich für diese Variante der Zusatzversicherung, steht man auf der sicheren Seite. Denn: Wird man pflegebedürftig, decken die gesetzliche Pflege- und die private Pflegepflichtversicherung bei weitem nicht alle Kosten, die in dieser Zeit anfallen. Viele Rechnungen bleiben offen und müssen aus eigener Tasche gezahlt werden. Beispielsweise die Anschaffung eines Rollstuhles oder gar der behindertengerechte Umbau der Wohnung! Dies kann schnell einen riesigen Schuldenberg hervorrufen.

Wer jedoch eine Pflegekostenversicherung abgeschlossen hat, kann beruhigt sein. Sie übernimmt alle Kosten, die von den anderen Versicherern nicht gedeckt werden. Und nicht nur das. Diese Pflegelösung greift schon bei der Pflegestufe 1. Auch macht es hier keinen Unterschied, ob man eine häusliche oder eine Heimpflege in Anspruch nimmt.

Welche Leistungen werden von der gesetzlichen, welche von der privaten Pflegeversicherung erstattet?

Angehörigen der gesetzlichen Pflegeversicherung stehen sowohl für die stationäre als auch für die häusliche Pflege die gleichen Leistungen zu. Hierbei darf nur in den Pflegestufen, nicht aber in der Art unterschieden werden. Da jedoch die monatliche Kostenbelastung für eine bedürftige Person bei umgerechnet 3.300 Euro liegt, ist es überhaut gar nicht möglich, dies allein aus der gesetzlichen Kasse zu bestreiten.

So betragen die staatlichen Leistungen für die häusliche und stationäre Pflege

  • in der Pflegestufe I: 205,- € monatliches Pflegegeld oder Sachleistungen im Wert von bis zu 384,- €
  • in der Pflegestufe II: 410,- € monatliches Pflegegeld oder Sachleistungen im Wert bis zu 921,- €
  • in der Pflegestufe III: 665,- € monatliches Pflegegeld oder Sachleistungen im Wert von bis zu 1.432,- €

Hat man jedoch eine private Pflege- oder auch Zusatzversicherung abgeschlossen, so ist die Versorgungslücke deutlich geringer. Denn: Im Gegensatz zu den Gesetzlichen, leisten die privaten Kassen ein hohes Maß an Unterstützung. Ganz gleich ob Voll- oder Zusatzschutz. So kann man beispielsweise mit dem Pflegetagegeld bis zu 100,- € pro Tag bekommen. Dies errechnet sich aus dem tatsächlichen Bedarf. Auf den Monat gesehen, kann damit eine große Kostenspanne abgedeckt werden.

Mit einer Pflegekostenversicherung werden alle weiteren finanziellen Belastungen ausgeglichen, die durch die gesetzliche Kasse und andere Zusatzversicherungen nicht übernommen werden. So ist es möglich, mit dem Geld z.B. die Anschaffung eines Rollstuhls oder gar die Umbauarbeiten für behindertengerechtes Eigenheim zu tragen.

Im Großen und Ganzen sind die Leistungen, die die privaten Versicherer erbringen weitaus hochwertiger und kostendeckender, als die der gesetzlichen Kassen.

Wer kann/muss eine private Pflegeversicherung abschließen?

Grundsätzlich muss jeder, der privat krankenversichert ist, auch eine private Pflegeversicherung haben. Dies schließt alle Selbstständigen und Freiberufler, sowie meist auch Beamte und Angestellte, die über der Versicherungspflichtgrenze verdienen, ein. Diese Berufsgruppen sind für ihre Absicherung jeglicher Art selbst verantwortlich.

Jeder der Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse ist, ist gleichzeitig auch im gesetzlichen Pflegebereich versichert. Eine Verpflichtung zur privaten Zusatzabsicherung besteht hier nicht.

Jedoch wird es immer wichtiger, trotz der gesetzlichen auch zur privaten Vorsorge zu greifen. Denn: Die Kosten, die bei einer plötzlichen Pflegebedürftigkeit anfallen, sind enorm. Die Unterstützung der gesetzlichen Kassen lässt immer mehr nach – der größte Anteil, der aufzubringen ist, bleibt bei einem selbst und seinen Angehörigen.

Wer dann keine private Zusatzabsicherung hat, läuft Gefahr zum Sozialfall zu werden.